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Spenden statt wegwerfen? Der Mythos Altkleidercontainer: Wir klären auf!

Spenden statt wegwerfen? Der Mythos Altkleidercontainer: Wir klären auf!

Sind meine Kleiderspenden eine gute Sache?

In Deutschland bringt ein Bekleidungsgeschäft durchschnittlich etwa 24 Kollektionen pro Jahr heraus: Das sind unglaublich viele neue Kollektionen und Trends, für verhältnismäßig recht wenig Platz im deutschen Kleiderschrank. Die Lösung vieler? Der obligatorische Frühjahrsputz, Kleidung ausmisten und im Anschluss zum nächstgelegenen Altkleidercontainer düsen. Kleiderspenden leicht gemacht, ganz nach dem Motto: aus den Augen, aus dem Sinn. Doch was passiert eigentlich, nachdem wir unsere Kleidung gespendet haben und wem tun wir damit vermeintlich Gutes? 

In Deutschland werden pro Jahr etwa eine Millionen Tonnen Textilien in Altkleidercontainer gegeben. Grundsätzlich gilt hier natürlich: Nur wirklich gewaschene und überprüfte Kleidung sollte in diesen Containern abgegeben werden, denn viele verstehen den Container auch als zweite Mülltonne und oftmals findet man so in ihnen eher unerfreuliche Dinge.

Wo landet meine gespendete Kleidung?

Gehen wir nun davon aus, dass es sich bei den gespendeten Sachen um gewissenhaft aussortierte Kleidung handelt. Jetzt kann diese weiterhin im Warenzyklus bleiben und Bedürftigen weiterhelfen. Allein vom DRK werden jährlich mehr als 1 Millionen Menschen mit gespendeter Kleidung versorgt. Etwa die Hälfte der gespendeten Kleidung wird außerdem als Rohstoff verwendet und beispielsweise als Putzlappen umfunktioniert oder von kommerziellen Altkleidersammlungen aufgekauft. Die Textilien, die noch in gutem Zustand sind, können eventuell in deutschen Secondhandläden weiterverkauft werden.

Schaut man sich nun die Auswirkung unserer Kleidung im globalen Süden an, fällt auf, dass viele Länder lieber die eigene Textilindustrie verbessern, anstatt sich mit deutschen Altkleidertextilien einzudecken. Sie produzieren zwar Baumwolle in Masse, diese wird dann jedoch exportiert und woanders weiterverarbeitet. Am Ende landet die ausländische Ware zu enormen Teilen im globalen Süden, überflutet hier den Markt und schadet den lokalen Betrieben. Die eigenen Produzenten und der eigene Handel kommen nicht hinterher und haben gegen die “deutsche Konkurrenz” nach eigener Aussage keine Chance. So plädierte zum Beispiel der Kongo bereits dafür, deutsche Altkleidertextilien zu “bannen” und ihren Import somit zu verbieten. Dies wollen sie durch immer höher werdende Importsteuern “erzwingen”. Soweit zumindest die Idee. Umgesetzt werden konnte dies bisher noch nicht. 

Bedenkt man außerdem die Transportkosten und -emissionen, welche benötigt werden, die Kleiderspenden in andere Länder und auch Katastrophengebiete zu bringen, wird schnell deutlich, dass Altkleiderspenden in weit entfernte Gebiete nur wenig wirtschaftlich sind. Die Lösung vieler Organisationen: Kleidung in naheliegenden Regionen kaufen und diese dann den bedürftigen Menschen zur Verfügung stellen.

Man kann festhalten, dass eine Kleiderspende keine einfache Sache ist und, dass viel mehr dahintersteckt als man glaubt. Doch welche Alternativen gibt es und wie können wir unsere alte Kleidung optimal verwerten? Die Stichworte hier sind Upcycling und Downcycling!

Worin unterscheiden sich Downcycling und Upcycling?

Der wesentliche Unterschied zwischen Upcycling und Downcycling besteht darin, was mit dem Wert der Produkte und Materialien passiert. Beim Upcycling werden die Produkte in ihrem Wert gesteigert und nicht wieder in ihre Bestandteile aufgeteilt, sondern direkt weiterverarbeitet. Wie aus Upcycling tolle und einzigartige Produkte werden, seht ihr hier!

Im Gegensatz dazu werden Produkte beim Downcycling wieder in ihre Ursprungsform gebracht und somit in ihrem Wert gemindert. Klassische Beispiele hierfür sind Altglas oder Altpapier. Beim Downcycling werden die Produkte unter Energieaufwand in neue Produkte umgewandelt. Auch wenn teilweise Energie und neue Stoffe zum Einsatz kommen ist dies nicht unbedingt schlecht. Plastik beispielsweise kann bis zu 450 Jahre brauchen, bis es vollständig zersetzt ist, wodurch Downcycling eine attraktive Alternative ist, um unseren Planeten zu schützen.

Wenn ihr noch mehr zum Thema Upcycling erfahren wollt, schaut euch hier gerne unseren Beitrag an!

Was kann ich denn nun mit meinen Altkleidern machen?

Alles in allem lässt sich sagen, dass Kleiderspenden per se keine schlechte Sache sind. Wenn man jedoch wirklich etwas Gutes tun möchte, lohnt es sich immer, zu einer konkreten Organisation zu fahren und dort Kleidung zu spenden, die auch benötigt wird. So kann man sich sicher sein, wer die Kleidung im Endeffekt erhält und dass sie auch einen direkten Nutzen für Bedürftige hat.

Alternativ hierzu könnt ihr eure Kleidung auch in nur wenigen Schritten zu Putzlappen Downcyclen oder beispielsweise zu Malerkleidung beim nächsten Umzug umfunktionieren. Sind eure Kleidungsstücke noch in einem guten Zustand, könnt ihr sie auch mit euren Freunden tauschen oder verschenken.  

Wie in den vorherigen Abschnitten schon erwähnt, könnt ihr eure alte Kleidung nicht nur Downcyclen sondern auch Upcyclen und ein neues, einzigartiges Produkt schaffen! Hierbei sind eurer Kreativität keine Grenzen gesetzt. So gebt ihr euren alten Stücken eine zweite Chance und habt garantiert ein neues Teil, welches es in dieser Form nur einmal gibt.

Fazit: Wie kann ich mit meinen Kleidern zum Umweltschutz beitragen?

Es gilt: Kleidung einfach weiterhin bewusst kaufen und ebenso bewusst verkaufen bzw. spenden. Denn nicht hinter jeder Spende steckt auch direkt eine positive Auswirkung auf unsere Mitmenschen und unsere Erde. 

Good to know - was kann ich überhaupt spenden?

Denken wir an Kleiderspenden kommen uns natürlich direkt unsere Kleidung und Schuhe in den Sinn. Was viele nicht wissen, auch Gardinen, Bettwäsche, Tischdecken und Taschen können gespendet werden! Achtet immer darauf, eure Spenden gut zu verpacken, um sie vor Feuchtigkeit und Verschmutzungen zu schützen.


Quellen: 

https://www.drk.de/spenden/spenderservice/spendentransparenz-spenderservice/kleidersammlung/#:~:text=Welcher%20Anteil%20an%20Kleidung%20kommt,direkt%20an%20bed%C3%BCrftige%20Menschen%20weiter.

https://www.oekotest.de/kosmetik-wellness/Kleidung-sinnvoll-spenden-Altkleider-Container-oder-Kleiderspende_10875_1.html 

Kleidung spenden: Wertvolle Tipps für die Kleiderspende (gofeminin.de)

https://www.greenpicks.de/de/recycling-upcycling#:~:text=Beim%20Upcycling%20werden%20gebrauchte%20Gegenst%C3%A4nde,erfahren%20sie%20eine%20qualitative%20Aufwertung.

https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/downcycling_2007.htm



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